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Toleranz ArtikelUnter Toleranz (lat.: tolerare, dulden) versteht man umgangssprachlich Duldsamkeit, ihre Gegenbegriff ist der Fanatismus.
Ergänzend oder abweichend wird der Begriff in den Bereichen Technik, Toxikologie, Soziologie, Pädagogik und Ökologie (siehe Toleranz (Ökologie)) weiter gehend definiert.
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Hier meint "Toleranz" hier den Zustand eines Systems , im eine von einer störenden Einwirkung verursachten Abweichung vom Normalzustand (noch) keine Gegenregulierung oder Gegenmaßnahme notwendig macht oder zur Folge hat. In dem engeren Sinn ist dann Toleranz das Ausmaß der Abweichung einer Größe vom Normzustand oder Normmaß, das die Funktion eines Systems eben noch nicht gefährdet. Abweichend von dieser Definition wird als Fertigungstoleranz häufig eine kleinere Abweichung genannt, die bei der Herstellung eines Werkstücks eben noch hingenommen wird. (Siehe auch: Toleranz (Technik).)
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In der Toxikologie bezeichnet man mit dem Begriff Toleranz (synonym: Gewöhnung) die Anpassung eines Organismus an den Einfluss eines Gifts, die die Giftwirkung reduziert oder beseitigt. Meist geschieht die Anpassung durch vermehrte Biosynthese eines Enzyms, das den Giftstoff abzubauen vermag. Zu dem Beispiel wird als Folge regelmäßigen Genusses alkoholischer Getränke vermehrt Alkoholdehydrogenase in der Leber hergestellt. In der Folge wird Alkohol besser "toleriert". (Neben diesem existieren für Trinkalkohol (Ethanol) noch andere Toleranzmechanismen.)
Buch-Tipp: Irgendwie Anders (Bilderbücher) Gibt NIX besseres als Lebensbegleiter in Sachen MITEINANDER Wunderbar ganzseitig illustriert mit wenigen Worten begleitete Bilder. Die Sätze sind kurz und werden von jedem Kindergartenkind sofort verstanden. Doch die liebevollen und ausdrucksstarken Gesten der Figuren und Mimiken der Gesichter könnten die Geschichte auch ohne Worte zu benutzen,... |
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In der Soziologie bedeutet Tolerieren, dass ein einzelner Mensch oder eine Gruppe nach Maßgabe der Gleichberechtigung störende Einflüsse, die von anderen Menschen oder Gruppen ausgehen, nicht mit (scharfen) sozialen Sanktionen ahndet. Toleranz geht nicht so weit wie Akzeptanz – bei letzterer wird ein Zustand als von den eigenen Wünschen zwar abweichend, aber als dem Gemeinnutz dienlich anerkannt.
Im Bereich der öffentlichen Meinung hat die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann in diesem Zusammenhang eine Wechselbestärkung scheinbarer Toleranz als "Schweigespirale" beschrieben.
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1954 schrieb der, leider viel zu früh verstorbene, junge Michael Ende die phantasievolle, spannende, kindgerechte und augenzwinkernde Geschichte um Lukas, den Lokomotivführer... |
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Hier wird Toleranz, häufig in dem Rahmen der "Politischen Bildung", als aktive Bürgertugend gefördert und gilt als Kennzeichnung eines funktionierenden Rechtsstaates und einer 'lebenden' Demokratie.
Es werden auch Formen der Toleranz unterschieden:
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Tolerieren in dem passiven Sinn bedeutet, dass eine negative, Akzeptanz ausschließende Beurteilung zwar getroffen wurde. Der Bewertende enthält sich jedoch einer offenen Reaktion, zu dem Beispiel um des 'lieben Friedens' willen. In diesem Sinne sagen z. B. Eltern mit entsprechendem Unterton zu ihren Kindern: "Na gut, ich toleriere das!" In dem Ergebnis wird ausschließlich negative Toleranz pädagogisch nicht begrüßt, weil sie eine Abkehr von Problemem (Robert K. Merton: retreatism) verrät und der Ignoranz sehr nahe kommt.
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Toleranz in dem positiven Sinn und als Grundwert freier, pluralistisch ausgerichteter Gesellschaften bedeutet absolute geistige Offenheit bezüglich der Option einer möglichen Akzeptanz des tolerierten Sachverhaltes in der Zukunft. Beim positiven Tolerieren wird eine abschließende Bewertung des tolerierten "Einflusses" nicht ca. durch entsprechende Reaktionen nicht zu dem Ausdruck gebracht, sondern eine Beurteilung unterbleibt auch bewusst in dem Geiste.
Die Gründe dafür bilden auch die charakterliche Grundlage toleranter Menschen: Ein toleranter Mensch ist sich in dem sokratischen Sinne über die Grenzen des eigenen Wissens bewusst, insbesondere lässt er eine intuitive Gefühlsreaktion, die häufig auf Grund von allgegenwärtigen Vorurteilen oder Stereotypien in das Bewußtsein gelangt, nicht als Grundlage für eine abschließende Bewertung gelten. Das Nicht-Nachgeben gegenüber solchen Gefühlslagen wird zu einer charakterprägenden Übung, die das Entstehen dieser irrational negativen Gefühlsreaktionen in der Zukunft vermindert und die tolerante Grundhaltung dieses Menschen festigt.
Kann ein toleranter Mensch aus dem eigenen, sicheren Wissen heraus keine negative Bewertung des Einflusses ableiten, dann wird er auch kein Urteil fällen und keine entsprechende Reaktion äußern. Wirkt der Einfluss aber als Beeinträchtigung und erfordert somit eine Bewertung, bemüht sich der dem Wesen nach tolerante Mensch um ein genaues Verständnis der Situation, auf dessen Grundlage er sich mit dem Einfluss adäquat auseinander setzen kann.
Toleranz in dem positiven Sinn (darum auch "Aktive Toleranz" genannt) schließt die Fähigkeit ein, zu erkennen, wann eine Urteilsfassung und das zu dem Ausdruck Bringen derselben geboten ist. Dieses schließt die Fähigkeit zur Non-Akzeptanz und ihrer angemessenen Äußerung ein; damit unterscheidet sie sich wesentlich von der Ignoranz.
Liegt eine Not, ein Urteil zu fällen und zu artikulieren, nicht vor, gebietet schon die soziale Lebenseffizienz, sich der Urteilsfindung zu enthalten.
Gemäß der Mesotes-Lehre des altgriechischen Philosophen Aristoteles haben gute Charaktereigenschaften stets zwei negative Gegensätze, in deren Mitte sie sich befinden. So ist es auch bei der (aktiven) Toleranz: ihre Gegensätze sind Intoleranz und die Ignoranz.
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Intoleranz (Unduldsamkeit) bedeutet, dass Akzeptanz abschließend versagt wird, obwohl
- außer einer irrationale Gefühlsregung nichts für eine solche Bewertung spricht
- das eigene Wissen für eine abschließende Bewertung nicht ausreicht
- die zuvor angestrengte gedankliche Auseinandersetzung der abschließenden Beurteilung nicht gerecht wird, oder
- keine Not bestand, eine solche abschließende Bewertung zu treffen, da Beeinträchtigungen für einen selbst und andere, die von dem entsprechenden Sachverhalt ausgehen, offensichtlich vernachlässigbar sind
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Toleranz gegenüber Intoleranz | |
Zur Charakter Merkmal der Toleranz gehört in der Politischen Bildung Nicht-Akzeptanz gegenüber Intoleranz unbedingt mit hinzu (siehe Aktive Toleranz).
Toleranz ohne diese Fähigkeit zur Non-Akzeptanz entspricht ziemlich exakt dem anderen Gegenteil der Toleranz: der Ignoranz.
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Ignoranz als Gegensatz zur Toleranz ist die Unfähigkeit oder der Unwillen, Nicht-Akzeptanz zu äußern, auch wenn sie z.B. aus ethischen Gründen geboten ist.
Bei der Ignoranz finden grundsätzlich entweder gar keine Bewertungsbemühungen statt oder diese Bemühungen bestehen in einer vorhersagbar simplen Gedankenmechanik, die immer zu positiven Ergebnissen kommt. Zu dem Ausdruck gebracht werden von ignoranten Menschen entweder völlige Gleichgültigkeit oder es wird immer Zustimmung signalisiert – zu dem Beispiel aus Opportunismus. In dem Ergebnis ähnelt Ignoranz der oben erwähnten passiven Form von Toleranz, wobei in dem Unterschied dazu bei passiv toleranter Haltung Non-Akzeptanz verdeckt vorhanden ist und nicht selten subtil (z.b. durch die Tonlage) ausgedrückt wird.
Ignoranz steht mit Toleranz insofern in dem Widerstreit, da sie auch echte Intoleranz, das Gegenteil von Toleranz, duldet. Ignoranz ist darum mit einer toleranten Geisteshaltung unvereinbar. Dennoch können die beiden Charakter Merkmale leicht verwechselt werden, insbesondere bei Abwesenheit intoleranter oder anderer schwerwiegend negativer Einflüsse.
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